Ebene 2 – Noch verfügbare Entscheidungskorridore
Einordnung
Auf dieser Ebene wirken Entscheidungen nicht mehr isoliert.
Kostenentscheidungen beeinflussen Termine.
Terminentscheidungen beeinflussen Produktivität.
Produktivitätsprobleme erzeugen neue Kosten.
Entscheidungen werden häufig weiterhin so getroffen, als ließen sich diese Abhängigkeiten beherrschen. Das ist nicht mehr realistisch.
Meine Aufgabe ist es,
Entscheidungen wieder auf die tatsächliche Projektkomplexität anzuheben
und daraus tragfähige Entscheidungsoptionen abzuleiten.
Typische Situationen
Konstellation 1 – Berichte vorhanden, Entscheidungsraum unklar
+Projektsteuerung, Controlling und Planer liefern valide Daten. Kennzahlen sind vorhanden.
Unklar bleibt jedoch, welche Annahmen unter veränderten Rahmenbedingungen noch belastbar sind und welche Entscheidungskorridore daraus verbleiben.
Berichte beschreiben Zustände. Sie definieren keine Entscheidungsräume.
Konstellation 2 – Multikausalität ohne kohärente Einordnung
+Zinsentwicklung, Nachfrageverhalten, Regulierung, Kostenstruktur und Kapitalverfügbarkeit wirken gleichzeitig.
Jeder Faktor ist isoliert erklärbar. Was fehlt, ist die strukturierte Bewertung ihrer Wechselwirkungen und ihrer Konsequenzen für die Tragfähigkeit des Projekts.
Ohne diese Einordnung bleibt unklar, welche Entscheidungen verantwortbar sind.
Konstellation 3 – Formale Zielerreichung, strategische Unsicherheit
+Termin- und Kostenverfolgung erfolgen planmäßig.
Gleichzeitig entsteht Unsicherheit, ob das Projekt im aktuellen Marktumfeld noch die ursprünglich angestrebte Wirkung entfalten kann.
Die relevante Frage ist nicht, ob das Projekt läuft – sondern ob der ursprüngliche Entscheidungskorridor noch existiert.
Abgrenzung
Projektsteuerung koordiniert innerhalb bestehender Logiken.
Ich bewerte, welche Optionen jenseits dieser Logiken noch verantwortbar sind.
sondern an zu einfach gedachten Entscheidungen.